Werdegang:

Seit dem 17. Juni 2011 ist unsere Schule eines von 11 zertifizierten Kompetenzzentren für Begabtenförderung im Land Schleswig-Holstein. Mittlerweile sind weitere Schulen ausgewählt und fortgebildet worden, sodass es bereits jetzt ein sehr gutes Angebot an Beratungszentren gibt. In absehbarer Zeit wird hoffentlich eine flächendeckende Beratung zum Thema Begabtenförderung möglich sein. Genauere Informationen zu den einzelnen Beratungszentren sind unter:

http://www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/Schulen/Begabtenfoerderung/Kompetenzzentren/Kompetenzzentren_node.html zu finden.

Seit dem Schuljahr 2011/12 ist die Begabtenförderung im Schulprogramm unserer Schule verankert. Dies bedeutet, dass für hochbegabte Schülerinnen und Schüler, die über eine entsprechende psychologische / ärztliche Bescheinigung verfügen, und die sich für den jeweils neuen 5. Jahrgang bewerben, Schulplätze in begrenztem Umfang freigehalten werden.

Ziele:

„Ich denke, dass es für die SchülerInnen gut ist, wenn die Schule ein Organ hat, an das sie sich wenden können, falls sie Probleme beim Lernen, mit dem Unterricht, mit anderen Schülern, mit Lehrern etc. haben und da nicht alleine auf ihre LehrerInnen angewiesen sind.“ (Schülerpate)

Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Begabtenförderung ist es uns als Gemeinschaftsschule und als ehemalige Integrierte Gesamtschule besonders wichtig, auch in diesem Teilbereich unserer schulischen Alltagslebens dem pädagogischen Charakter der Schule treu zu bleiben und gerecht zu werden. Deshalb ist Ziel aller Maßnahmen die bestmögliche individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler auf allen Stufen der Begabung in einem Klima der gegenseitigen Achtung und Rücksichtnahme.

Konkret lassen sich an dieser Stelle in aller Kürze die folgenden Ziele unserer Arbeit als Kompetenzzentrum Begabtenförderung benennen (Beschluss der Schulkonferenz):

Wir wollen besondere Begabungen bei allen Schülerinnen und Schülern durch geeignete Beobachtungs- und Diagnoseverfahren feststellen. Hierfür ist uns der Ausbau unserer diagnostischen Kompetenz sehr wichtig.

Wir wollen individuelle Fördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen planen und realisieren. Hierbei ermitteln die Lehrkräfte gemeinsam mit den Beratungslehrkräften den jeweiligen Förderbedarf und organisieren, wo sinnvoll, ergänzende oder alternative Lern- und Betreuungsangebote.

Wir wollen alle Schülerinnen und Schüler gezielt sozial integrieren. Hierbei ist die Arbeit unserer qualifizierten Schülerpaten von besonderer Bedeutung.

Seit einiger Zeit nehmen wir auch an dem Projekt „Verbesserung des Übergangs von der Grundschule zur Sek. I“ teil. Dieses Projekt hat es sich zur Aufgaben gemacht, diesen Übergang zu erleichtern und für alle Beteiligten positiver zu gestalten. Dabei stehen im Rahmen der Begabtenförderung ein beschleunigtes Lernen in Hinblick auf Stärken und vorhandene Potentiale, die Beratung in Bezug auf die individuellen Lernbiografien und die differenzierte Unterstützung bei (Lern-) Schwierigkeiten im Mittelpunkt der Projektarbeit.

Dieser Projektteilnahme liegt die Kooperation mit der angrenzenden Gorch-Fock-Grundschule zugrunde. Diese Schule war für unsere Idee, auch gemeinsam etwas zur Begabtenförderung zu machen, sofort sehr aufgeschlossen und so fanden sich neben der Schulleiterin rasch zwei weitere KollegInnen, die die Ausbildung zu Beratungslehrkräften absolvieren wollten. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit ist es uns ein besonderes Anliegen, Erwartungen seitens der SchülerInnen und der Eltern wahrzunehmen, Hemmschwellen abzubauen und Ängsten frühzeitig entgegenzuwirken. Die SchülerInnen sollen die Arbeit unseres Kompetenzzentrums möglichst früh, also bestenfalls bereits, wenn sie noch 3. bzw. 4. Klasse der Grundschule besuchen, kennenlernen. Deshalb verabredeten wir, dass ab dem laufenden Schuljahr 2012/13 auch begabte GrundschülerInnen der 3. und 4. Klassen an interessanten Arbeitsgemeinschaften unserer weiterführenden Schule teilnehmen sollten. Seitdem nehmen mittwochs und donnerstags derzeit sieben GrundschülerInnen an den angebotenen Forscherfreizeiten während der Lernzeit (3. Stunde) teil.

Aufgaben:

Die folgenden drei Aufgaben ergeben sich aus den von uns formulierten Zielen und stellen die Schwerpunkte unserer Arbeit als Kompetenzzentrum dar:

Entwicklung der diagnostischen Kompetenz

Beratung von Eltern, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern der Peter-Ustinov-Schule

Arbeit der SchülerpatInnen

Auf Anfrage beraten wir auch Eltern und Lehrern in unserem Einzugsbereich hinsichtlich der Möglichkeiten und Erfordernisse der Begabtenförderung. Neben individuellen Beratungsgesprächen (Termine nach Absprache) bieten wir auch Informationsveranstaltungen an. Nachdem wir inzwischen mehrere Lehrergruppen erfolgreich über die Arbeit unseres Kompetenzzentrums, insbesondere über die Einbindung unserer Schülerpaten in die Arbeit des Zentrums, informiert haben, findet nun am 12.06.2013 ein Elternseminar statt. Interessierte Eltern mögen sich bitte an die Schulelternvertreterin Frau Bartsch wenden.

Beratungslehrkräfte:

Für unsere Schule haben Michael Baum und Steffi Tydecks die Ausbildung zur Beratungslehrkraft Begabtenförderung erfolgreich durchlaufen.

Weitere KollegInnen befinden sich noch in der Ausbildung, unterstützen uns aber bereits jetzt.

Während der Öffnungszeiten der LernBar stehen wir (gerne auch nach vorheriger Rücksprache) für innerschulische Beratungsgespräche für KollegInnen, Eltern und SchülerInnen zur Verfügung.

„Für uns Beratungslehrkräfte ist vor allem die Arbeit mit den SchülerpatInnen eine Bereicherung unseres Arbeitsalltags. Viele gute Ideen kommen von den SchülerInnen, die sich, da wir sie ernst nehmen und als wichtigen Bestandteil unserer Projektgruppe verstehen, angenommen fühlen und auch über das normale Maß hinaus für unser Kompetenzzentrum und die jüngeren SchülerInnen arbeiten, diese beraten und gelegentlich auch mal trösten, wenn sie bei ihren MitschülerInnen oder LehrerInnen angeeckt sind. Vermutlich sogar viel besser, als wir Lehrkräfte dies könnten.“

SchülerpatInnen:

Mehrere ausgebildete SchülerpatInnen unserer Schule sind fester und wichtiger Bestandteil unseres Teams. Sie sollen durch ihre Mitarbeit in der Projektgruppe die Möglichkeit haben, selbst Einfluss auf die Entwicklung einer begabungsfreundlichen und –fördernden Schul- und Unterrichtskultur zu nehmen. Die SchülerpatInnen sind aus eigener Erfahrung mit den speziellen Bedürfnissen und Denkstrukturen begabter SchülerInnen vertraut und stehen deshalb für die Beratung und Unterstützung hilfesuchender SchülerInnen zur Verfügung. Zudem unterstützen die SchülerpatInnen uns Beratungslehrkräfte auch bei internen und externen Fortbildungen, bei denen sie die Chance erhalten, einen Perspektivwechsel zu vollziehen und ihrerseits Lehrern etwas zu zeigen und beizubringen.

Derzeit sind SchülerInnen aus den Jahrgängen 9, 10, 11 und 13 als SchülerpatInnen aktiv.

Die Beweggründe für die Mitarbeit als SchülerpatIn sind mannigfaltig:

„Ich bin Schülerpatin, weil ich finde, dass es eine gute Sache ist und es mir Spaß macht, meinen MitschülerInnen zu helfen.“

„Irgendjemand muss ja schließlich anfangen, damit sich irgendwann etwas verbessert.“

„Ich bin Schülerpatin, weil ich es interessant finde, anderen SchülerInnen zu helfen, obwohl ich selber noch Schülerin bin.“

„Ich denke, dass etwas Gutes daraus entstehen könnte.“

Jana, Hendrik, Sophie, Inga, Sarah, Moritz (nicht auf dem Bild: Laura, Jana, Lennart)

Unsere SchülerpatInnen sind während der Öffnungszeiten, vor allem in der Mittagsfreizeit, in der LernBar anzutreffen und freuen sich auf regen Zulauf und interessante Gespräche.

Du möchtest selbst SchülerpatIn werden und bist mindestens in der 9. Klasse? => Dann melde dich bei uns. Wir freuen uns über Verstärkung!

Enrichment-Programm:

Folgende AGs sind derzeit Bestand des Enrichment-Programms der Peter-Ustinov-Schule:

„Forscherfreizeit“ Mi. / Do. in der Lernzeit

In den beiden Gruppen untersuchen derzeit jeweils zehn SchülerInnen unserer Unterstufe und insgesamt sieben GrundschülerInnen mit großer Freude interessante naturwissenschaftliche Phänomene. Sie entwickeln Fragen und Experimente, die sie dann auch gleich ausführen und auswerten können. Diese sehr individuellen Fragestellungen bedürfen einer guten Vorbereitung und einer intensiven (zum Teil) Einzelbetreuung. Dafür stehen zwei Nawi-Lehrkräfte pro Forscherfreizeit zur Verfügung. Unterstützt werden diese von unseren „großen“ SchülerpatInnen, was von den kleinen Forschern sehr willkommen geheißen wird. Die Lehrkräfte zeichnen daher eher für den organisatorischen Rahmen verantwortlich.

„Jugend debattiert“ Mi. in der Lernzeit

LernBar:

Die LernBar ist für mich als SchülerIn dieser Schule…

„eine gute Alternative zum Klassenraum, da hier das Ruhegebot gilt. Man kann intensiver in einer kleinen Gruppe arbeiten, aber vor allem auch mal Ruhe finden und mit wenigen über schlechte Ereignisse in der Schulzeit reden. Stichwort: Problembewältigung.“

„eine Bereicherung für die Schule und eine Rückzugsmöglichkeit.“

„eine Möglichkeit um beispielsweise für Referate zu lernen und Informationen herauszufinden, da es dort eine gut sortierte Themen-Bibliothek gibt. Außerdem herrscht eine gute Atmosphäre in der LernBar.“

„eine Verbesserung der Situation für uns Hochbegabte, da es dort Ansprechpartner gibt, die einem in verschiedenen Situationen mit Rat und Tat helfen können.“

„ein Ort, wo man ganz in Ruhe noch ausstehende Arbeiten erledigen kann, ohne sich dem allgemeinen Schullärm übermäßig aussetzen zu müssen. Und später vielleicht auch ein Ort, wo man interessante Gespräche auch über etwas speziellere Themen führen kann.“

Tatsächlich ist die LernBar inzwischen ein richtiges „Lern- und Informationszentrum“ geworden und stellt damit quasi unser schulinternes Zentrum Begabtenförderung dar. Sie befindet sich in Raum 154a und ist mit einer großen Wissensbibliothek (derzeit über 600 Bände), einem großen Gruppenarbeitstisch, 2 Computerarbeitsplätzen und einer gemütlichen Ecke (mit zwei Sesseln) ausgestattet.

In den Regalen der Wissensbibliothek finden sich neben zahlreichen Lexika und Magazinen (z.B. National Geographic) viele interessante Bücher. Reinschauen lohnt sich also!

Hier einige Beispiele:

„Warum wackelt Wackelpudding?“
„Lernadventures“
„Der Gedankensammler“
„Was ist hier passiert?
„Mein schlaues Gehirnjogging“
„Kreatives Schreiben“
„Visual dictionary“
„Die große Kinder-Uni-Wissens-Box“
„Der Zahlenteufel“
„Die großen Fragen des Lebens“
und vieles mehr…
Auf den Geschmack gekommen ?

Öffnungszeiten:

Aktuelle Datei mit den Öffnungszeiten (wird bearbeitet)

Bücher gesucht:

Damit wir unseren Schülerinnen und Schülern einen schönen und inhaltsreichen Bücherbestand anbieten können, kann und muss unsere Wissensbibliothek in der LernBar noch erweitert werden. Deshalb sind wir immer auf der Suche nach weiteren interessanten, gerne auch bebilderten Büchern zu verschiedenen Wissensgebieten und Schulfächern. Die Bücher sollten sich für die Altersgruppe von etwa 10 bis 18 Jahren eignen. Die bekannte „Was ist Was“-Reihe ist hier ebenso willkommen wie beispielsweise regionalgeschichtliche Bücher über den Großraum Eckernförde, die später sicher beim Aufbau einer Geschichtsforscher-AG im Rahmen unseres Enrichment-Programmes von Nutzen wären. Sollten Sie geeignete Bücher in ihrem heimischen Bestand finden, so können diese gerne direkt in der LernBar oder aber bei Fr. Reimann (Sekretariat) abgegeben werden.

Ausblick:

„Ich wünsche mir weiterhin motivierte und zuverlässige SchülerpatInnen und dass noch mehr SchülerInnen den Weg zu uns finden.“ (Schülerpatin)
„Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir endlich mal was auf die Beine stellen, damit sich Gruppen mit ähnlichen Interessen finden und ganz allgemein ein besseres Schulklima herrscht.“ (Schülerpatin)
„Ich wünsche mir genügend Nachwuchs an SchülerpatInnen und gute Projekte, um SchülerInnen in ihren Stärken zu fördern.“

Kontakt:

Wer mit uns in Kontakt treten möchte, hat folgende Möglichkeiten:
Persönlich: während der Öffnungszeiten der LernBar
Aktuelle Datei mit den Öffnungszeiten für das 2. Halbjahr (wird bearbeitet)
Via Telefon: 04351-7325-0 (Sekretariat Fr. Reimann)
Per Email: BegabtenfoerdungPUSEckernfoerde@gmx.de

Literaturhinweise:

Joelle Huser „Lichtblick für helle Köpfe. Ein Wegweiser zur Erkennung und Förderung von hohen Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen auf allen Schulstufen“, 5. Aufl., Zürich 2007: Lehrmittelverlag des Kantons Zürich
Liane Paradies, Hans Jürgen Linser, Johannes Greving: „Diagnostizieren, Fordern und Fördern“, Stuttgart 2007: Cornelsen

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